Hecklingen l Im Ernstfall muss alles schnell gehen: Innerhalb von zwölf Minuten – so schreibt es das Brandschutzgesetz vor –sollen die Retter nach Eingang des Notrufs vor Ort sein. Problem bei der Sache: Die Kameraden haben nicht genug Leute. Man muss sich vorstellen, es brennt, jemand ruft um Hilfe, die Feuerwehr wird alarmiert, die Retter können aber nicht schnell genug da sein - Gegen dieses Szenario gehen die Ortsfeuerwehren der Stadt Hecklingen jetzt vor.

Derzeit sind in den vier Ortswehren in Hecklingen, Groß Börnecke, Schneidlingen und Cochstedt 110 Kameraden aktiv im Dienst. Warum das nicht reicht, erklärt Hecklingens Stadtwehrleiter Heinz Broda.

Zu wenig Einsatzkräfte

„Wir haben zu wenig Einsatzkräfte, vor allem in den Vormittagsstunden und tagsüber von sechs bis 18 Uhr.“ Das betreffe nicht nur die Stadt Hecklingen. Viele Wehren im Land und auch bundesweit seien betroffen. „Viele haben große Probleme, die Einsatzbereitschaft sicher zu stellen.“ Im Falle eines Einsatzes, müssten die Fahrzeuge entsprechend besetzt werden, um den Bürgern zu helfen. Und dazu seien wiederum entsprechend ausgebildete Kameraden nötig. In Hecklingen sei das in den Vormittagsstunden aber schwierig, weil viele berufsbedingt nicht einspringen können, in Schichten arbeiten. Neue Leute werden daher händeringend gesucht. Daher hat die Hecklinger Feuerwehr eine Kampagne gestartet, um potenzielle Helfer anzusprechen.

Jetzt wurde ein Maßnahmenpaket festgelegt. Das haben Mitglieder einer Werbegruppe, die sich für regelmäßige Absprachen seit einigen Wochen trifft, festgelegt. Darin sind jeweils zwei Kameraden aus jeder Ortswehr aktiv.

Kampagne mit Fotograf

Zusammen wurde beschlossen, dass die Kampagne mit einer Plakataktion startet. Die Umsetzung dazu ist am Wochenende angelaufen. Mitglieder aus jeder Ortswehr standen im Fotostudio von Lutz Krüger in Gänsefurth vor der Kamera. Das kostet die Ehrenamtlichen nichts, denn der Fotograf erhebt kein Honorar, dankt Heinz Broda dieser Unterstützung.

Die Poster werden in Kürze in der Stadt Hecklingen an markanten Punkten zu sehen sein. Darauf sind Feuerwehrleute des jeweiligen Ortes zu sehen.

Aha-Effekt

„Wir haben für die Orte bekannte Personen ausgewählt, die Mitglieder in der Feuerwehr sind und die mit ihrem Gesicht für das Ehrenamt werben“, erklärt Broda. So hofft die Wehr auf den „Aha-Effekt“ beim Betrachter und einen regionalen Wiedererkennungswert.

Wie viele Plakate produziert werden, wird während einer kommenden Beratung der Werbegruppe besprochen.

Public Viewing

Die Mitglieder haben darüber hinaus schon weitere Schritte festgelegt, wie sie danach vorgehen möchten. Stichwort Fußballweltmeisterschaft und Public Viewing: Dazu wird die Feuerwehr auch in diesem Jahr einladen. Während vergangener Veranstaltungen dieser Art, kamen in anderen Jahren etliche Besucher und Zuschauer. Diese Öffentlichkeit soll nun genutzt werden. Heinz Broda: „Wir haben einen Videoclip gedreht, was wir alles machen und wo der Schuh drückt.“ Dieser soll vor den Spielen und in den Pausen über die Leinwand flimmern. Und noch eine weitere Maßnahme ist in Planung, nämlich ein Schnuppertag für Grundschüler. Sie werden zur Feuerwehr eingeladen und erfahren, was die Wehr für Aufgaben hat, welche Geräte im Einsatz sind und wie alles funktioniert.

Ziel der ganzen Bemühungen ist es, Leute zu finden, die eine Feuerwehr-Grundausbildung absolvieren, um aktiv helfen zu können. Wer sich dafür interessiert, findet am Schauksten der Wehr Informationen und ist eingeladen, an Dienstabenden teilzunehmen, um sich zu informieren. Ansprechpartner sind die Ortwehrleiter in den Orten (Hecklingen, Stefan Broda; Groß Börnecke, Danny Hille; Schneidlingen, Joachim Braun; Cochstedt Holger Krabiell.) Zentral ist Stadtwehrleiter Heinz Broda unter (0 17 2)1 88 18 44 zu erreichen.

(Quelle: Volksstimme.de)